Winterspaziergang an der Amper

Neues Jahr, alte Probleme. Corona bestimmt – leider – immer noch unseren Alltag. Auch wenn die Gegenmaßnahmen immer schärfer werden und unsere Erholungsmöglichkeiten weiter einschränken, heißt das nicht, dass man gar nicht mehr raus kann.

Routenüberblick


Maßnahmen-konform, innerhalb der Corona-Leine von 15 km, möchte ich daher heute eine kleine Ausflugsroute für Münchner entlang der Amper teilen. Die Route habe ich extra so ausgewählt, dass der Start- und Endpunkt gut mit der S-Bahn zu erreichen ist. Die Amper ist aber lang genug, dass man auch andere (weniger besuchte) Teile fernab der Siedlungen mit ÖPNV-Anschluss laufen kann.

Startpunkt ist der S-Bahnhof Esting im Westen Münchens mit dem Dachauer Bahnhof als Endstation nach ca. 3 Stunden bzw. 13 Kilometern Spaziergang:


Vom S-Bahnhof in Esting folgt man der Hauptstraße in nördlicher Richtung bis rechter Hand der Amperweg abbiegt. Diesem folgend gelangt man an die Eisenbahnbrücke über die Amper. Hier startet die eigentliche Tour immer am Westufer der Amper entlang. Ich hatte Glück: Blauer Himmel und ein schneebedeckter Weg lassen die Laune gleich besser werden.

Am ursprünglichen Amperlauf bis Geiselbullach


Der Weg folgt den zahlreichen Amperschlaufen in der Waldfläche zwischen Esting und Olching bis Geiselbullach. Die Reflektion der Sonne im Schnee und auf der Wasseroberfläche tut ihr Übriges um nach dem vielen Daheimsein und Ausgangsbeschränkungen das Gefühl des Eingesperrtseins schnell loszuwerden und zu entspannen. Gemütlich, jeden Schritt bewusst vor den Anderen setzend und das Knirschen des Schnees unter den Sohlen in den Ohren, gelangt man schließlich in das kleine Dorf Geiselbullach.

Amperlauf vor Geiselbullach

Von der Straße Oberanger geht es über die Hauptstraße zum Unteranger und dort auf dem Versorgungsweg unter der Autobahnbrücke hindurch in den Landkreis Dachau. Leider verläuft auf diesem Teilstück parallel die Bundesstraße, deswegen ist es etwas lauter. Der Blick auf die gegenüberliegende Seite mit der Abfallverbrennungsanlage lädt leider auch nicht sonderlich ein. Dennoch ist es schön, dem Wasser auf seinem schnellen Weg bis zur Isarmündung nach zu schauen.

Auf dem weiteren Weg sieht man immer wieder Spuren eines scheinbar sehr aktiven Bibers: angenagte Bäume und Stümpfe, Furchen am Ufer, über die das massige Tier an Land kriecht, um sein Werk zu verrichten. Außer ein paar kleinen Fischen im Wasser, sieht man aber leider keine Tiere, ist ja schließlich auch Winter mit Winterschlaf/-ruhe.

Weiter geht es entlang eines Feldes unter der abzweigenden Bundesstraße hindurch und dann parallel zur Brucker Straße wieder weiter am Flußufer. Hier wird es mit jedem weiteren Meter voller: Jogger, Fahrradfahrer und andere Spaziergänger zeigen einem, dass man dem Endpunkt Dachau immer näher kommt.

Endspurt in malerischer Dämmerung


Der kleine Weg führt über ein paar einfache Betonbrücken und ehe man sich versieht ist man auf dem dicken Pfad neben dem Amperkanal, der zum Kraftwerk Günding führt. Hier sieht es ein wenig aus, wie am Nymphenburger Schlosskanal – ähnlich viel los ist ohnehin.

Am Kraftwerk vorbei, das Naturfreundehaus Dachau und eine kleine Brücke passierend gelangt man wieder etwas mehr ins Grüne. Der Weg quert die Maisach. Hier bietet sich einem ein schöner Blick auf die Amperaussackung bei der Maisacheinmündung. Wer, wie ich, gegen Spätnachmittag an dieser Stelle anlangt, hat eventuell Glück eine schöne Dämmerungsstimmung zu erleben:

Dämmerungsstimmung

Obwohl der Fluss eigentlich recht flott fließt, steht das Wasser hier fast. Zudem ist das Wasser so klar, dass es die Umgebung perfekt spiegelt und dadurch ein wirklich schönes Panorama entsteht.

Wenn es nicht immer kälter geworden wäre, wäre ich mit Sicherheit auch noch etwas länger an dieser Stelle geblieben. So aber habe ich nach 10 Minuten des Innehaltens den Endspurt angetreten. Weiter der Amper folgend, wo inzwischen leider die Uferböschung großzügig zurückgeschnitten wurde, gelangt man hinter der Ludwig-Dill-Straße wieder in einen Grünstreifen unterhalb des Schlossbergs. Vorbei am zweiten Wasserkraftwerk auf dieser Tour quert man den Mühlbach und folgt der Brunngartenstraße bis diese auf die große Münchner Straße trifft. Zu normalen Zeiten gäbe es hier einige kleine Einkehrmöglichkeiten, so aber ist alles geschlossen. Ein Stück an der Münchner Straße nach Süden (über die Brücke) und dann links in die Langhammerstraße, erreicht man schlussendlich nach etwas mehr als 3 Stunden den Zielpunkt Dachauer Bahnhof.

In diesem Sinne


Die Corona-Maßnahmen schränken uns zwar immer weiter ein. Das heißt aber nicht, dass wir gar nicht mehr an die frische Luft gehen können. Die vorgestellte Tour entlang der Amper ist für Münchner genau richtig, um Maßnahmen-konform und ohne komplizierte Anreise auch bei kalten Temperaturen den Kopf freizukriegen.

1 Kommentar zum Thema “Winterspaziergang an der Amper

  1. Hallo Daniel!
    Eine schöne Beschreibung der mir größtenteils bekannten Strecke. „Corona- Leine“ finde ich treffend. Und eine tolle Abendstimmung!
    LG Bärbel

Keine weiteren Kommentare möglich.