Wutachschlucht

Auch die Wutachschlucht habe ich auf meinem vierten Deutschland-Trip kennengelernt. Vor 7 Jahren habe ich angefangen, das eigene Land mit einwöchigen Kurzurlauben besser kennen zu lernen und bisher schon drei Touren gemacht. Nach 2 Jahren coronabedingter Verspätung ging es dieses Mal im Mai über die Schwäbische Alb in den Schwarzwald. Dabei bin ich auch an der Wutachschlucht vorbeigekommen, die ich hier gerne mit einer kleinen Tour vorstellen möchte. Eigentlich zieht sich die Schlucht über mehrere Kilometer von Blumberg bis nach Lenzkirch und zum Titisee. Wer es gerne einfacher mag, kann natürlich auch umgekehrt und bergab laufen und in einer der vielen Unterkünfte entlang der Route übernachten. So viel Zeit hatte ich diesmal leider nicht, deswegen gibt’s heute nur einen kleinen Ausschnitt, der aber einen guten Eindruck gibt, was man bei einer Mehrtagestour erwarten kann.

Inhalt

Routenüberblick

Ich werde auf jeden Fall noch einmal hierher kommen und eine längere Tour unternehmen. Als Vorgeschmack gibt es heute aber schon einmal eine 10 km Tour durch die Schlucht und die daran anschließende Lotenbachklamm. Einplanen würde ich gut 3 Stunden zum gemütlichen Laufen. Einziges Manko dieser Tour ist, dass sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur eingeschränkt erreichbar ist. Immerhin in Löffingen hält ein Zug und bei der Schattenmühle fährt ein Wanderbus, aber insgesamt ist die Anreise mit dem Auto hier in diesem Fall deutlich unbeschwerter. Wer aber die ganze Schlucht machen will, der hat weniger Probleme und kann in Blumberg und Titisee unbesorgt den Zug nehmen. Hier gibt es noch einmal die Kurzfakten:

Ausflug Wutachschlucht(Download Route)

Boll
Boll
Auto
10,04 km
3 Stunden

und auf der Karte seht ihr den Routenverlauf, wie immer auch zum Download:


Von Boll hinab in die Schlucht

Startpunkt ist der Wanderparkplatz in dem kleinen Dörfchen Boll. Von Boll starten wir auf einem relativ schnell steil abfallenden Wanderweg, der uns über einige Serpentinen die knapp 100- 150 Höhenmeter hinab in die Schlucht führt. Über eine kleine Brücke gelangen wir auf die andere Seite des Flusses. Auch wenn der Fluss weder besonders breit noch reißend wirkt, hat er scheinbar doch eine immense Kraft, um diese tiefe Schneise in das Gelände zu fräsen:

Ruhige Wutach auf Höhe von Reiselfingen
Unscheinbar wirkende Wutach in der gleichnamigen Schlucht

Drüben angekommen folgen wir zunächst einem breiteren Forstweg, biegen dann aber sobald es möglich ist, auf einen kleinen Trampelpfad ab, der uns über Stock und Stein direkt neben dem Wasser führt. Auch hier ist mir aufgefallen, wie wenig los war. Das lag aber vielleicht auch einfach daran, dass ich außerhalb der Hauptsaison unterwegs war. Wahrscheinlich dürfte das im Hochsommer bisschen anders aussehen, aber ich fand es so sehr angenehm. So konnte ich ungestört die ganze Landschaft genießen und die kleinen Bäche bewundern, die an den Hängen hinabstürzen. Besonders imposant fand ich dieses Exemplar, das sich über einen bemoosten Stein ergoss und so eine Art Regenvorhang ähnlich einer Regenwalddusche erzeugt:

Regenvorhang auf moosigem Gestein Wutachschlucht

Mir gefallen solche natürlich gewachsenen „Spektakel“ sehr gut und davon gibt es in der Wutachschlucht einige. Man sollte sich also wirklich Zeit nehmen und die Landschaft mit allen Sinnen erkunden. Zudem ist die Wutachschlucht ständig in Bewegung; immer wieder gibt es Hangrutsche und zahlreiche Baumstämme hängen in den Flussschleifen fest.

Wutachschleifen in der Wutachschlucht
Die Wutach schlängelt sich durch die urige Landschaft

Die Wutach wirkt so klein, aber doch so kräftig, dass sie die Umgebung aktiv verändert. Dadurch, dass das Gebiet auch nicht angetastet wird, kann es sich ungestört verändern und dieses Urige macht gerade den Charme aus. Für mich wirklich ein sehr schönes Fleckchen Erde, an dem sich die Landschaft genießen lässt und man sich auch ein bisschen in seinen Gedanken verlieren kann.

Circa 1-1,5 Stunden folgen wir der Wutach, bis wir bei dem kleinen Gasthof und Parkplatz an der Schattenmühle ankommen. Hier hält der besagte Wanderbus, der einen in einen der nächsten Ortschaften bringen kann. Zudem nutzen einige Wohnwagen den Platz zum Abstellen ihrer Riesenschiffe.

Zurück über die Lotenbachklamm

Ich wollte ohnehin zu Fuß zurück und habe daher beschlossen, die Lotenbachklamm auch noch zu erkunden. Der Lotenbach mündet nach einem steilen Abstieg direkt an der Schattenmühle, so dass es kein Umweg ist, diese schöne Klamm ebenfalls zu bewandern. Nachdem wir die ganze Zeit auf einer Höhe wandern konnten, geht es jetzt relativ steil mit 150-200 Höhenmeter wieder bergauf. Auch hier ist mir aufgefallen, dass alles mehr oder weniger sich selbst überlassen wurde. Dadurch hat man das Gefühl fernab von jeder Zivilisation durch diese Klamm mit ihren Engstellen und kreuz und quer verteilten Bäumen laufen zu können. Natürlich gibt es die ein oder andere Brücke, die vom Wanderverein hier eingebaut wurde, ansonsten deutet aber wenig auf äußere Einflüss hin.

In der Lotenbachklamm bei Schattenmühle
In der Lotenbachklamm

Der kleine Trampelpfad schlängelt sich durch die Engstellen und lässt einen bei alldem, was es drum herum zu sehen gibt, die Höhendifferenz schnell vergessen. Oben am Ziel angekommen gelangt man an die Bundesstraße nach Bonndorf und muss sich dann linker Hand in Richtung Abzweig halten. Auf der rechten der beiden Straßen folgt noch einmal ein kleiner Anstieg. Dann aber haben wir einen weiten Blick über die ganze Landschaft oberhalb der Wutachschlucht. Die Wutach bleibt jedoch versteckt, da sie so tief unten in der Schneise verläuft.

Blick über die Hügel des Schwarzwald oberhalb der Wutachschlucht
Voralpenland ähnlicher Ausblick auf die Schwarzwälder Hügel

Es erinnert ein bisschen an das Voralpenland und lässt einen wieder diese innere Ruhe erleben, die bei unbebauten weiten Flächen unweigerlich aufkommt. Auf der wenig befahrenen Straße geht es wieder zurück Richtung Boll. Mit schönen Eindrücken und dem inneren Wunsch, die Wutachschlucht einmal in ihrer gesamten Länge zu bewandern, geht es zurück zum Parkplatz und weiter an einen der anderen schönen Orte in der Umgebung.

In diesem Sinne

Meine zweite Tour in Baden Württemberg führt an die kleine Wutach und die gleichnamige Schlucht, die sie in hunderten von Jahren in die Landschaft gefräst hat. In diesem schönen Naturschutzgebiet verändert sich auch heute noch die Landschaft und man kann bei einer Wanderung förmlich dabei zu sehen. Von Boll aus führt die heutige Tour in der Schlucht bis zur Schattenmühle und über die Lotenbachklamm zurück. Eine ideale Route um einen Eindruck von der Wutachschlucht und ihrer schönen, naturbelassenen Kulisse zu bekommen und für 3 Stunden abzuschalten. Ich habe mir nach diesem kurzen Ausschnitt vorgenommen, einmal die ganze Schlucht bis zum Titisee zu bewandern und bin mir sicher, dass Ihr nach der Tour ähnlich denkt.

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