Jahresausklang am Faulen See

Jetzt ist das Jahr 2021 in wenigen Tagen schon wieder vorbei und in Bezug auf Corona sind wir leider nicht so weit, wie Anfang des Jahres noch gedacht. Nichtsdestotrotz gab es auch in diesem Jahr genug Möglichkeiten die Natur in der eigenen Umgebung zu erkunden und auch der Sommer bot großteils gutes Wetter für einen Urlaub im eigenen Land. Für mich und das Projekt „Draußen tut gut!“ hat dieses Jahr viele Neuerungen bereitgehalten: Mein erstes Fernwanderbuch, ein neuer Look für den Blog, neue Regionen und interessante Kontakte zu ähnlich Gesinnten. An dieser Stelle deswegen ein großes DANKE an alle Leser:innen und Unterstützer:innen!

Ich wünsche Euch allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich, Euch auch im nächsten Jahr wieder auf meiner Seite begrüßen zu können! Das Jahr möchte ich mit einem kleinen Spaziergang an den Faulen und Orankensee in Berlin Hohenschönhausen ausklingen lassen. Ich war im Sommer dort und finde die kurze Route ist ideal geeignet, um auch in den aktuell kalten Wintertagen trotz der andauernden Corona-Lage ein wenig frische Luft zu schnappen und etwas Natur zu sehen.

Routenüberblick

Start ist am Straßenbahnhalt „Feldmannstraße“ und dann geht es über die beiden Seen und das Sportforum knapp 6 km bis zur Straßenbahnstation „Hohenschönhauser Straße“. Die Strecke ist ein gemütlicher Spaziergang von ca. 1,5 Stunden; also keine sonderlich anstrengende Route. Dafür ideal geeignet, um nach den ganzen Fressgelagen an Weihnachten mal ein wenig rauszukommen und gleichzeitig bei winterlichen Temperaturen nicht zu lange draußen zu sein, dass man total auskühlt.

Fauler und Orankensee (Download Route)

Feldmannstraße
Hohenschönhauser Straße
Regionalbahn
6,11 km
1,5 Stunden

Und natürlich gibt es auch die obligatorische Karte:


Um die beiden Seen

Vom Startpunkt geht es zwischen den zahlreichen Autohäusern auf einer kleinen Verbindungsstraße auf die Drossener Straße und dort in das Naturschutzgebiet „Fauler See“. Der See hat keinen Zulauf und speist sich nur aus Regenwasser, Baden ist untersagt um die Flora und Fauna zu schützen, aber bei dem stehenden Wasser würde ich es ohnehin nicht empfehlen. Unter Vogelfreunden ist das Naturschutzgebiet sehr beliebt, da sich so einige Piepmätze hier versammeln und gerade in den Frühsommermonaten ist das Gezwitscher besonders eindrucksvoll. Im Winter ist das natürlich eher weniger gegeben, dennoch ist es schön auf den Pfaden zwischen den Bäumen entlang zu laufen und immer wieder Blicke auf den See zu erhaschen. Am südöstlichen Seeufer gibt es sogar einen kleinen Aussichtspunkt, an dem man etwas näher an den See herankommt:

Ausblick auf den morastigen Faulen See

An der Südseite des Sees entlang führt meine Spazierroute südwestlich aus dem Naturschutzgebiet über die Buschallee und auf den „Orankestrand“ genannten Grünstreifen zwischen den Häuserzeilen. Im Gegensatz zum Faulen See ist Baden am Orankesee kein Problem und im Sommer ist hier auch deutlich mehr los. Einmal um den See herum geht es östlich weiter zum Obersee, wo ich diese schöne Weide entdequasi waagrecht über dem Wasser wächst:

Der Baum scheint mit dem Obersee verwachsen zu sein

Der Obersee ist kein natürlicher See und wurde künstlich angelegt. Die Insel in der Mitte beherbergte einmal ein Teehaus, das stilecht mit einer Gondel erreicht werden konnte. Jetzt ist der See vor allem für Tiere schön: Ich habe einen Fischreiher und viele Enten im Wasser und auf der Insel gesehen. Für Architekturbegeisterte gibt es am nördlichen Seeufer das letzte von Mies van der Rohe entworfene Haus in Deutschland zu bestaunen. Wer weitere Informationen zum Oranke- und Obersee haben möchte kann sich auf der Seite des eigenen Fördervereins umgucken. Eine kleine Besonderheit wie ich finde, wie viele Seen können schon von sich behaupten, einen eigenen Förderverein zu haben 🙂

Wenn man genug gesehen hat oder es auch langsam kalt am Wasser wird, kann man den Rückweg antreten. Es führen viele Wege zur nächsten Haltestelle. Ich hatte mich damals aber entschieden noch ein wenig durch das um die beiden Seen liegende Viertel zu laufen. Über die Scharnweber- Obersee- und Orankestraße geht es an Einfamilienhäusern vorbei Richtung Westen und dann südlich über die Fritz-Lesch-Straße zum Weißenseer Weg. Am Friedhof vorbei erreicht man den Olympiastützpunkt der Leichtathleten und eine riesige Sportanlage. Auf der anderen Straßenseite ist die nicht minder kleine Berliner Schultheiss-Brauerei. Insgesamt sind beide Flächen sicher doppelt so groß wie Oranke- und Obersee zusammen. Ein deutlicher Kontrast zum Beginn der Route im Naturschutzgebiet.

Wer noch weiterlaufen möchte kann an der Kleingartenanlage zum Volkspark Prenzlauer Park weiterlaufen, ebenfalls ein sehr schöner und in Teilen wilder Park. Für mich war bei diesem Ausflug an der Tramstation „Hohenschönhauser Straße“ Schluss.

In diesem Sinne

Das Jahr ist zu Ende und viele schöne neue Regionen erkundet. Zum Ausklang gibt es einen Vorschlag für einen kleinen Spaziergang an den Faulen See und Orankensee im Berliner Nordosten. Das ruhige Naturschutzgebiet um den Faulen See und die Grünanlagen um den Oranken- und Obersee lassen einen zur Ruhe kommen und die Zeit zwischen den Jahren, die coronabedingt wenig Urlaubsmöglichkeiten bietet, entspannt genießen. Ich wünsche viel Spaß dabei und einen guten Jahreswechsel!