Neujahrsspaziergang an der Attel

Liebe Leser:innen,

erst einmal frohes neues Jahr! Ich hoffe, dass alle gut in das neue Jahr gekommen sind und wünsche allen, dass sich ihre Wünsche für dieses Jahr erfüllen! Zum Start in das neue Ausflugsjahr mit hoffentlich zahlreichen neuen Natur- und Wandererlebnissen gibt es eine kurze Ausflugsroute im Südosten Münchens, genauer gesagt im Landkreis Ebersberg. So kann man den Vorsatz, mehr in der Natur zu sein, gleich in die Realität umsetzen und nach dem vielen Essen und Feiern seinem Körper etwas Gutes tun.

Routenüberblick

Die Route ist mit knapp 12 km gut geeignet für einen etwas längeren Spaziergang und bietet einen schönen Ausblick auf die Bergkulisse im Süden. Startpunkt ist der Regionalhalt Aßling, den man gut mit den Zügen in Richtung Kufstein erreicht. Von dort folgt der Weg entlang des kleinen Flüsschens Attel, das nach einem Zick-Zack-Lauf beim gleichnamigen Ort südlich von Wasserburg in den Inn mündet, bis in die Region von Grafing und zum S-Bahnhof Grafing Bahnhof. Hier bilden einige kleine Feldbächlein, die zusammenfließen quasi den Ursprung der Attel und so entsteht eine schöne Naturkulisse, die zu einem entspannenden Ausflug einlädt. Insgesamt sollten für die Tour 3,5 bis 4 Stunden eingeplant werden und natürlich lässt sich die Route auch in umgedrehter Richtung gehen, allerdings fährt der Regionalzug nur jede Stunde, sodass man im Zweifel länger warten muss.

Aßling – Grafing (Download Route)

Aßling
Grafing Bahnhof
Regionalbahn / S-Bahn
11,83 km
3,5 Stunden

Wie immer, darf die Karte natürlich nicht fehlen:


Start in Aßling

Los geht es an dem relativ spartanischen Bahnhof in Aßling, der – wie die gesamte Bahnstrecke – auf dem Rand eines früheren Gletschersees (Rosenheimer Becken) liegt. Das Dorf selbst liegt zum Großteil in der Senke, die durch den ehemaligen Inn-Gletscher in die Landschaft „gefräst“ wurde und erst nach dem Abschmelzen und Ablaufen des daraus entstandenen Sees begehbar ist. Unser heutiges Ziel liegt am Ende der Gletscherzunge, sodass wir fast durchgehend auf dem ehemaligen Seegrund laufen und am Ende wieder zum Beckenrand aufsteigen müssen. Der Spaziergang bietet also nicht nur Erholung, sondern auch einen kleinen Einblick in die Erdgeschichte.

Von der Hauptstraße folgt man kleineren Straßen in nördlicher Richtung und gelangt dann auf einen Feldweg, der in einem Bogen nach Osten zu einer Brücke über die Attel führt. Auf der anderen Seite hält man sich links – also wieder nach Norden – und kann nun auf dem Weg direkt neben der Attel gemütlich vor sich hintrotten. Als ich dort unterwegs war, war ich mehr oder weniger allein und konnte so meinen Gedanken nachhängen und den Blick über die Feldlandschaft schweifen lassen. Besonders schön ist aber ein Blick in Richtung Süden mit dem herrlichen Bergpanorma:

Bergpanorama bei Aßling
Bergpanorama am Horizont

Der Weg schert ab vom Hauptarm der Attel und verläuft an einem der Zuflussbächen weiter. Nach einem kurzen Stück geht es über eine kleine Brücke und durch ein kleines Waldstück bis man an einem alten Schuppen vorbeikommt. Man sieht deutlich, dass in diesem Gebiet die einzelnen Zuläufe zusammenkommen. Von dem zähfließenden Flüsschen ist nicht mehr viel zu sehen, dafür durchziehen unzählige kleinere Bächlein die Landschaft.

Aus der Talsenke hinauf nach Grafing

Auf dem Feldweg gelangt man an eine weitere Brücke, die über den Schwarzgraben führt – einen dieser Bäche – und läuft dann linker Hand davon bis zu einem Hof bei Aiterndorf. Der Hof ist quasi das Ende der Talsenke und so führt der Feldweg dahinter bergauf, an einer Quelle und ein paar kleinen Seen vorbei und endet an einer kurvigen Verbindungsstraße. Nach deren Querung geht es in das Waldstück „Großer Dobel“. Hier lässt sich je nach Wetter und Jahreszeit gut Waldbaden und die Ruhe genießen. Im Winter ist natürlich wenig los und der Wald auch in der Ruhephase. Das sollte einen aber nicht daran hindern längere Pausen einzulegen, dem leisen Rauschen der Wipfel im Wind zu lauschen und die Umgebung in sich aufzusaugen. Eine kleine Stegbrücke über ein weiteres Bächlein führt einen auch zu einer Wiese mit Bank, wo sich super Rast machen lässt bei gleichzeitig schönem Blick auf die Natur.

Bächlein im Wald bei Grafing
Bächlein und Wiese laden zum Erholen ein

Aus dem Wald hinaus gelangt man auf eine größere Straße und folgt den Schildern in Richtung Haidling und Schammach. Zwischen den kleinen Dörfern bietet sich noch einmal ein schöner Blick auf die Bergkulisse zurück und je nach Uhrzeit auch auf einen dramatischen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang bei Haidling
Sonnenuntergang bei Haidling

Nun wieder oben auf dem ehemaligen Seerand folgt man dem Fußweg ohne größere Auf- und Abstiege bis zur Station Grafing Bahnhof, wo die heutige Tour endet.

In diesem Sinne

Das Jahr ist noch jung und die Feiertage mit viel Essen noch nicht lange her. Da tut ein Spaziergang in der näheren Umgebung richtig gut, um Schwung und den Kopf an der frischen Luft frei zu bekommen. Die heutige Route ist gut mit den Öffentlichen erreichbar und führt durch eine beruhigende, urzeitlich geprägte Naturlandschaft im Ebersberger Landkreis.