Nymphenburger Schlosspark

Die Wittelsbacher nutzten das Nymphenburger Schloss über 200 Jahre als ihren Sommersitz und auch heutzutage ist das Schloss und natürlich auch sein riesiger Park Anlaufpunkt für Touristen und Einheimische. Münchner dürften die heutige Tour natürlich als Ausflugsziel gut kennen, dennoch darf der Schlosspark auf diesen Seiten nicht fehlen. Denn nicht nur im Sommer, wenn alle Wasserspiele angeschaltet sind und die Bäume tiefgrün schimmern, sondern auch im Winter ist dieses riesige Grüngelände ein Besuch wert. Und wo gibt es innerhalb Münchens abgesehen vom Englischen Garten noch ein ähnlich großes Grünflächengebiet.

Inhalt

Die hier verwendete Tour ist nicht nur auf den Schlosspark begrenzt, um auch noch andere Grünorte in der sonst relativ zugebauten Stadt zu integrieren. Das ganze Areal und vor allem das Schloss wird sich in den kommenden Jahren durch den geplanten Neubau des Museums Mensch und Natur zum „Biotopia“ grundlegend verändern (siehe auch ein SZ-Artikel dazu). Allein deswegen lohnt es sich, dorthin einen Ausflug zu unternehmen, von der entspannenden Naturkulisse einmal ganz zu schweigen.

Routenüberblick

In der kalten Jahreszeit und bei fehlendem Schnee auch häufig schmuddeligen Jahreszeit ist ja manchmal besonders schwer, sich aufzuraffen und länger als nötig rauszugehen. Aber gerade dann, wenn weniger Licht scheint, ist es umso wichtiger möglichst viel draußen zu sein. Nicht nur um aus den überhitzten Räumen rauszukommen, sondern auch, um genug Sonnenlicht zu tanken. Das hilft der Gesundheit und Stimmung. Dafür ist diese Tour mit ca. 6 km genau richtig: Sie ist gut mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und von der Länge gerade richtig, um genügend „Auslauf“ im Freien zu haben, aber bei kälteren Temperaturen auch nicht zu unterkühlen. Hier findet Ihr noch einmal die Kurzfakten:

Nympenburger Schlosspark (Download Route)

Routen-EndpunkteMoosach
Laim
Routen ÖPNV-AnschlussS-/U-Bahn
Routenlänge6,32 km
Routendauer1,5 - 2 Stunden

und natürlich - wie gewohnt - die Karte

Von Moosach über den Hartmannshofer Park und das Kapuzinerhölzl zum Schlosspark

Nach der Anreise mit U- oder S-Bahn heißt es zunächst das riesige Fabrikgelände der Meiller-Werke zu umrunden. Leider ist der direkte Weg entlang der Gleise und durch die Kleingartenanlage gesperrt, so dass der Weg zwangsläufig an der großen Straße entlangführt. Nach knapp 15 Minuten ist allerdings das südwestliche Ende erreicht und nach der Querung der Allacher Straße wird es auch schon ruhiger. Immer geradeaus laufend folgen wir der Moosstraße, bis wir direkt im Hartmannshofer Park landen.

Auf einem kleinen Pfad kommen wir kurze Zeit später an der Wirtschaft mit Biergarten „Fasanerie“ vorbei und können dahinter ein wenig tiefer in den Wald eintauchen. Im Winter ist hier alles natürlich kahl und man hört und sieht so gut wie keine Tiere. Ausnahmen sind die Eichhörnchen, die immer wieder herumrennen und verzweifelt nach ihren Vorräten suchem. Auch wenn der Park nicht besonders groß ist, kann ich mir gut vorstellen, dass man in wärmeren Zeiten auch gut Walbaden kann – vorausgesetzt es ist nicht so viel los.

Am südlichen Ende des Parks stoßen wir auf die Bahnstrecke nach Freising, die es zu unterqueren gilt und auf der anderen Seite erwartet uns schon das Kapuzinerhölzl. Dieses auf der Karte sehr klein wirkende Waldstück, hat dennoch einen relativ dichten Baumbestand, so dass man abgesehen vom Hintergrundrauschen nicht viel von der Straße und bebauten Umgebung mitbekommt.

Das kleine Fleckchen Wald im Kapuzinerhölzl bei Allach ist doch so dicht, dass man die umliegenden Straßen nicht mitbekommt.
Im Winter ist im Kapuzinerhölzl wenig los

Ich nehme mir vor auf jeden Fall noch einmal vorbeizukommen, wenn die Bäume Laub tragen. Jetzt bei frostigen Temperaturen aber schönem Wetter empfand ich es aber als schönes kleines Naturrefugium, dass zum Entspannen einlädt.

Über die Menzinger Straße und an der Endhaltestelle der Trambahn „Amalienburgstraße“ vorbei geht es dann weiter in den von einer hohen Steinmauer umzäunten Schlosspark – der Adel musste sich und seine weitläufigen Parkanlagen vor dem einfachen Volk schützen. Ein Glück, dass heutzutage auch Normalsterbliche in den Genuss des Parkidylls kommen.

Durch den weitläufigen Park zur Laimer S-Bahnstation

Auf einem breiten Pfad wandeln wir entlang eines kleinen Bächleins. Mit ein bisschen Vorstellungskraft kann man sich fast wie ein Kurfürst beim Spaziergang durch seine Besitztümer vorkommen. Dem Bach, der zu einem der Pagodenburger Kanäle wird, folgen wir in südlicher Richtung und erreichen dann die östliche Brücke die uns auf die künstliche Insel mit der Pagodenburg führt.

Die künstlich angelegte Wasserlandschaft vor der Pagodenburg im Nymphenburger Schlosspark ist ein wahres Kleinod
Zur Pagodenburg kommt man nur über eine Brücke

Hier gibt es zum Glück genügend Bänke, die zu einem Päuschen mit schönem Ausblick auf den kleineren der beiden Seen (sinnigerweise Pagodenburger See genannt) bieten. Hier lässt es sich prima ausruhen und den eigenen Gedanken nachhängen, während man den Blick über die ruhige Wasserdecke schweifen lässt:

Blick auf den Pagodenburger See im Schlosspark Nymphenburg
Selbst im Winter hat das Parkidyll eine beruhigende Wirkung

Angesichts der Temperaturen, fällt die Pause eher kürzer aus, wenn es wärmer ist, kann man hier aber sicherlich länger sitzen und das Nichtstun und in die Weite blicken genießen. Über den westlichen Zuflusskanal geht es auf einem großen Weg und im Bogen einmal zur Hälfte um den See. Direkt daran schließt ein kleiner Pfad zum Kanal und dem mittig darüberführenden Steg an.

Ein letzter Blick nach Osten zeigt die Größe des perfekt ausgerichteten Kanals wie auch des am Ende thronenden Schlosses.

Der Blick vom Mittelsteg des Nymphenburger Parkkanals nach Osten zeigt die Größe des Schlosses
Am Ende des Kanals steht der Mittelteil des Schlosses

Trocken auf der anderen Kanalseite angekommen geht es über eine Wiese zum nächsten See und der nächsten Burg, diesmal der Badenburg. Wer möchte kann nach dieser anstrengenden Etappe :), hier auch noch einmal pausieren und den Seeblick genießen.

Hinter der Badenburg führt der Weg in den Wald und im Sommer dürfte hier deutlich mehr Bewuchs sein, so dass auch ein Waldbad deutlich intensiver für die Sinne ausfällt. Jetzt erwarten einen vor allem lichte Bäume und einiges, kahles Gestrüpp am harten Boden. Dennoch ist es schön eine andere Kulisse als Häuser zu haben, die einen bereits 10 Minuten hinter der südlichen Parkmauer erwarten. Vom ehemaligen Laimer Güterbahnhof ist schon lange nichts mehr übrig, dennoch wurden erst in den letzten Jahren die Flächen bebaut, so dass man über viele neue Wohnanlagen zurück zum S-Bahnhof läuft; durch den Bau der zweiten Stammstrecke ist dieser aktuell auch eine einzige Baustelle.

Nach dieser Stärkung durch Licht und frische Luft, geht es aber geradezu tiefenentspannt durch das Gewusel und zurück.

In diesem Sinne

Man muss nicht immer weit fahren, um sich seine regelmäßige Dosis „Draußen“ zu gönnen. Gerade im Winter, wenn die stadtnahen Parks nicht so überlaufen sind, lohnt sich ein Besuch der sonst häufig überfüllten Parks. Mit der Wahl der Tageszeit kann man zusätzlich dafür sorgen, den Massen zu entgehen. Die heutige Tour von Moosach über das Kapuzinerhölzl und den Nymphenburger Park verbindet Wasser, Wald und Wiesen-Landschaft mit möglichst wenig Beton dazwischen. So bekommt jeder garantiert seine Mindestration an Sonnenlicht und ein wenig Abwechslung für das Auge fernab der eigenen 4 Wände.

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