See- und Waldausflug in Ebersberg

Die Corona-Leine gilt zwar nicht mehr, trotzdem ist das Reisen weiterhin nur eingeschränkt möglich. Es bleibt also beim Alten. Dennoch lässt sich in diesen verrückten Zeiten auch etwas Positives abgewinnen – wenn man denn will: Man lernt seine nähere Umgebung besser kennen! Und weil der x-te Spaziergang im nahegelegenen Park oder dem eigenen Viertel auch irgendwann langweilig wird, bleibt nichts anderes übrig, als etwas weiter rauszufahren und dort Neues zu erkunden.

Routenüberblick


Die heutige Route habe ich wieder so ausgewählt, dass möglichst alle Sinne angesprochen werden. Mit gutem Wetter vergehen die knapp 11 km Spaziergang wie im Flug und man vergisst das Corona-Thema zumindest für ein paar Stunden. Los geht es in Ebersberg, das man – wie meistens bei meinen Touren – mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (S-Bahn und Regionalzug nach Wasserburg) gut erreicht. Hier seht Ihr den Weg:



Entlang der Ebrach zum Egglsee


Vom Bahnhof geht es über die Altstadtpassage bis zum Marienplatz. Von dort über die Sieghart- und Semptstraße gelangt man nach der Querung der Hauptstraße in die Abt-Williram-Straße. Von dort rechts in den Benno-Scharlweg und man gelangt auf einen Wanderweg der hinunter zum „kleinen Weiher“ und „Langweiher“. Zunächst noch auf einer asphaltierten Straße und später auf einem Feldweg geht es westwärts, die schmale Ebrach und die von ihr gespeisten Weiher immer zur Linken. Mit Sonnenschein im Gesicht kommt selbst bei den winterlichen Temperaturen, bei denen ich unterwegs war, gute Stimmung auf.

Der Feldweg endet an einem Hof und geht auf einer wieder asphaltierten Straße auf der östlichen Seite des Egglsees in Richtung Ziegelhof. Hier ist deutlich mehr los, der Blick auf die andere Seite des Sees lässt fast eine Prozession vermuten, so viele Menschen sind auf dem Weg um den See herum unterwegs. Am Ziegelhof vorbei in einem Bogen geht es bis zum Waldanfang und dort linker Hand am Waldrand zum See hinab. Mit den zahlreichen anderen Ausflüglern laufe ich am Nordufer bis zu der kleinen Raststelle, wo Bänke zum Verweilen mit tollem Seeblick einladen. Dabei ist dieses Bild entstanden:

Blick auf den winterlichen Egglsee

Der See ist am Ufer tiefer, als man annehmen möchte, also sollte man sich nicht zu weit in den Morast vorwagen, um nicht einzubrechen. Nach diesem wasserlastigen Ausflugsteil folgt nun das erdige Kontrastprogramm im Wald.

Weiter zum Waldbade-Teil


Vom Hauptweg geht es weg von den vielen Menschen rechts auf den kleineren Waldweg und die Hügel hinauf bis man an den Wildzaun gelangt, der den inneren Teil des Ebersberger Forsts umgibt. Durch das kleine Türchen geht es hinein und dann linker Hand auf den namenlosen Radweg in Richtung Nordwesten. In Schleifen geht es leicht bergauf, auf dem schneebeckten Weg sind immer wieder Spuren von Tieren zu sehen. Ansonsten ist es ruhig und niemand anderes unterwegs und man hat im Winter eher das Gefühl auf einer Loipe denn auf Waldwegen zu laufen:


So kann man gemütlich vor sich hintrotten, seinen Gedanken nachhängen und die beruhigende Landschaft in sich aufsaugen. Auch wenn die Bäume im Wintermodus sind und die Waldbadewirkung geringer als im Sommer ist, tut man sich dennoch etwas Gutes. Die frische Luft, das Farbenspiel aus Braun, Grün und die durch den Schnee reflektierte Sonne triggern uns unterbewusst und führen zu einer innerlichen Entspannung und gefühlten Zufriedenheit.

Nach ca. 2 km geht es rechts in den „Maurerer-Geräumt“-Weg, einer der vielen langen Waldwege, die den Ebersberger Forst durchziehen und in regelmäßige Parzellen zerteilen. Im Winter ist das zum Glück nicht so gut zu erkennen, da überall Schnee liegt, im Sommer gleicht dieser Weg aber eher einer Straße, auch wenn er nicht asphaltiert ist. Im Wechselspiel zwischen Schatten und Stellen, an denen die Sonne zwischen den Bäumen durchbricht, nähert man sich langsam dem Ende des Ausflugs. Ich mache innerlich noch einmal ein Foto, um es dann bei weniger schönen Tagen vor dem inneren Auge abrufen zu können.

Kurz nach der Kreuzung mit dem „Schwaberweger Haupt-Geräumt“-Weg geht es links auf einen diagonal verlaufenden Weg nach Eglharting. Nach ein paar Minuten erreicht man dann einen Weiderost, der die Wildtiere abhalten soll in den Ort zu kommen. Über diesen geht es in den Forstweg und nach ein paar weiteren Minuten erreicht man die S-Bahn-Station Eglharting, von der man die Rückreise antreten kann.

In diesem Sinne


Die Corona-Maßnahmen werden uns noch ein wenig länger begleiten und absehbar werden keine großen Urlaube stattfinden können. Also bleiben die kleinen Alltagsfluchten in der Nähe, die aber keinesfalls schlechter sein müssen. So kann man den Lockdown ideal nutzen, um neue Waldbademöglichkeiten in der Nähe zu erkunden. Für Münchner bietet sich dafür zum Beispiel die hier dargestellte Tour im Ebersberger Forst an.