Von Starnberg nach Icking

Wieso von Starnberg nach Icking werdet Ihr Euch fragen? Es ist vielleicht nicht die Route, an die man bei einem Ausflug direkt denken würde. Aber das Schöne ist, man läuft sowohl am Wasser als auch durch den Wald. Und das sind beides meine Kraftquellen. Zudem sind beide Orte mit den Öffentlichen erreichbar. Also warum nicht kombinieren? Das habe ich mir gedacht und diese Route für einen Spaziergang bei gutem Wetter im Frühling ausgesucht. Mit dem Starnberger See hat man eine super Kulisse mit Alpen-Hintergrund im Süden und deswegen geht es auch in dieser Richtung nach Icking. Der Starnberger Bahnhof ist wieder der Startpunkt, genauso wie bei der Tour Maisinger Schlucht. Nur geht es diesmal in Richtung Osten, statt in den Westen.

Routenüberblick

Insgesamt sind es ungefähr 12 Kilometer. Man sollte gut drei Stunden einplanen und sich bei den aktuell noch kalten Temperaturen natürlich auch ganz gut einpacken. Es gibt zwischendrin eigentlich keine Einkehrmöglichkeiten, deswegen hilft ein bisschen Brotzeit oder man hält es auch bis Icking aus. Dort gibt es immerhin einen Supermarkt. Hier noch einmal die Daten:

Starnberg – Icking(Download Route)

Starnberg
Icking
S-Bahn
11,8 km
3 – 3,5 Stunden

und die Karte zum Nachmachen:


Vom Starnberger See in den Wald

Vom Starnberger Bahnhof geht es erstmal an den ganzen Segel- und Ruderclubs vorbei. Immer Richtung Osten hinterm Strandbad Starnberg entlang, dann weiter am kleinen Bootshafen und der Sattler Werft in Richtung Taucher-Ausbildungszentrum der Bundeswehr in Percha. Auch wenn es militärisches Sperrgebiet ist, gibt es die Möglichkeit über eine Brücke auf die andere Seite zu gelangen. Rechts und links ist Stacheldraht, was schon etwas absurd ist. Aber trotzdem ist die Querung erlaubt und wir laufen dann auf der Ostseite des Starnberger Sees in Richtung Kempfenhausen. Hier gibt es immer wieder tolle Blicke auf den See und auf die Alpen am Horizont, so wie diesen:

Blick auf die Alpenkulisse bei Kempfenhausen
Blick auf die Alpenkulisse

Also man kann sich schon vorstellen, warum der verrückte König Ludwig II hier sein Ende gesucht hat. Je nach Lichteinfall hat dieser weite Blick schon auch etwas Dramatisches:

Blick auf die Alpenkulisse mit dunklem Lichteinfacll
Nur wenige Sekunden später eine ganz andere Stimmung

Die Berge im Hintergrund, tiefhängende Wolken und der wechselnde Lichteinfall, der den ruhigen See zum Funkeln bringt, bescheren magische Momente. Hier kann man sich ruhig Zeit lassen, den Blick, die frische Luft und Ruhe genießen. Langsam geht es Richtung Süden und auf Höhe von Kempfenhausen weg vom See über den Weg „Seebreite“. Weiter auf die Münchener Straße queren wir jetzt den kleinen Ortsteil südlich von Kempfenhausen, um dann nach Osten hin den Berg hinaufzulaufen. Es ist nicht viel, aber die knapp fünfzig Höhenmeter, die es den Hügel hoch geht, merkt man. Oben auf der Kuppe verschwindet unser Weg dann im Wald.

Über Martinsholzen nach Icking

Die Wege sind nicht wirklich gut ausgeschrieben, aber wenn man ein bisschen Orientierung hat und sich immer in Richtung Osten hält, gelangt man an den Hof Martinsholzen. Mit der Karte hier, kann man sich ja auch gut auf den kleinen und größeren Wegen im Wald zurechtfinden. Für Waldbade-Begeisterte ist der Weg sowieso relativ, steht doch primär das Sein und Verweilen im Wald im Vordergrund. Und das kann man hier zu jeder Jahreszeit gut. Im Sommer mit warmem Boden und aktiverem Waldleben ist es aber sicher etwas angenehmer.

Waldwege beim Martinsholzen
Waldwege nach Icking

Bei Martinsholzen überqueren wir den Nußbach und hier geht es dann über einen kleinen Straßenabschnitt und einige Weiden – wo man mit etwas Glück ein Reh sehen kann – weiter nach Osten und wieder in den Wald hinein. Auf den verschiedenen Wegen kann man natürlich laufen, wie man möchte. Es lohnen sich kleine Päuschen, um die ruhige Stimmung und gute Luft zu genießen. Einziges Problem ist, dass man, um nach Icking zu kommen, die A95 queren muss und es leider nicht so viele Möglichkeiten dafür gibt. Das heißt, man sollte bei einer ausgedehnten Waldtour auch immer im Kopf haben, dass man nicht zu weit nach Osten läuft, sonst wird es ein größerer Umweg nach Icking.

Deswegen hab ich mich entschieden den Wald in Richtung Südosten nach Mörlbach zu verlassen, weil dort eine Autobahnquerung möglich ist. Hinter dem verschlafenen Dorf geht es entlang der Straße über die Autobahnbrücke und die darunter mit 200 dahinbretternden Autos den Hügel hinauf zur kleinen Siedlung Wadlhausen. Dort kann man rechter Hand von der Straße abzweigen und das letzte Stück wieder im Wald laufen. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, durch den Wald nach Icking zu kommen. Es wurde dann aber doch relativ kalt, so dass ich relativ bald und über drei Abzweigungen auf mehr oder weniger direktem Weg den Hügel hinauf gelaufen bin. Icking liegt ja ein wenig höher als Starnberg und so kommt man dann schlussendlich am Ortsrand von Icking an und kann sich dann über den Eichendorffweg und den Ichoring zum Bahnhof Icking vorarbeiten. HIer gibt es einen Supermarkt für Ausgehungerte und die S – Bahn, die einen dann auch wieder zurück in die Stadt bringt.

In diesem Sinne

Die heutige Route verläuft etwas abseits ausgetretener Pfade und vereint einen Ausflug am Wasser mit einem längeren Waldspaziergang. Beschwingt nach der schönen Seestimmung am Starnberger See geht es mühelos die kleinen Hügel hinauf und hinab in Richtung Icking. Die ausgedehnten Waldflächen laden immer wieder zu einem kurzen oder längeren Waldbad ein, so dass man am Ende entspannt und gut gelaunt in die S-Bahn steigt.