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Auf dem Jubiläumsweg IV – Endspurt über den Ponten nach Oberjoch

Abschluss meiner viertägigen Wanderung von Oberstdorf nach Oberjoch in den Allgäuer Hochalpen. Ging es an Tag 1 hoch zum Edmund-Probst-Haus, folgte an Tag 2 der erste Höhenwanderabschnitt und an Tag 3 die längste und angstrengendste Tour auf dem abgewandelten Jubiläumsweg bis zur Willersalpe. Für alle, die noch einmal ein wenig Auffrischung zu der Mehrtageswanderung brauchen, hier die Fakten zur Tour:

Inhalt

Gesamtüberblick Jubiläumsweg

Routen-EndpunkteBahnhof Oberstdorf
Busbahnhof Oberjoch
Routen ÖPNV-AnschlussZug / Bus
Routenlänge46,36 km
Routendauer4 Tage
Routen-Höhendifferenz 9145 m

Routenüberblick

Zum Abschluss dieser schönen Viertagestour folgt noch einmal eine knapp 12 km lange Tour über die Gipfel Ponten, Bschießer und Iseler bevor es dann nach Oberjoch hinab geht. Wobei hinab ein wenig übertrieben ist: Oberjoch ist das höchste Bergdorf Deutschlands und liegt auf 1200 m ü. NN. Das sind immerhin 400 Höhenmeter mehr als der Ausgangspunkt in Oberstdorf. Die Willersalpe liegt nur knapp 1450 Höhenmeter darüber, aber die Route führt noch einmal über zwei Zweitausender. Das heißt, zum Ende gibt es auch noch einmal etwas für die Oberschenkelmuskulatur: Knapp 2,3 Kilometer Höhendifferenz!

Tag 4 (Download Route)

Routen-EndpunkteWillersalpe
Busbahnhof Oberjoch
Routenlänge12,32 km
Routendauer6 – 7 Stunden
Routen-Höhendifferenz⬈ 1053 Hm
⬊ 1358 Hm

Und natürlich darf die obligatorische Karte nicht fehlen:

Bewege die Maus über einen Track oder wähle einen im Control Panel aus ...

Aufstieg zum Ponten

Die Willersalpe ist nicht so weit entfernt vom Parkplatz in Hinterstein. Deswegen lohnt es sich früh aufzustehen und loszulaufen, bevor der Tross der Tagesausflügler kommt. Dann hat man nicht nur mehr vom Tag, sondern auch die quasi ungeteilte Ruhe der Berge am Morgen. Natürlich kann man sich die 3 Tage vorher auch sparen und von Hinterstein starten. Dann sollte man aber sehr früh starten. Auch hier bei der Willersalpe hört und sieht man einige Kühe, die einen in ihrer eigenen stoischen Art anglotzen. Mich würde bei diesen Blickbegegnungen immer gerne interessieren, was im Hirn der Kuh vonstatten geht…

In Serpentinen geht es einen Großteil der gestern abgestiegenen Höhenmeter wieder hinauf. Wer möchte kann auf Höhe des Abzweigs zur Feldalpe noch zum Köllesattel und zum Zirleseck wandern. Ansonsten läuft es sich ein wenig kürzer, wenn man beim Abzweig links auf den Weg zum Ponten abzweigt. Immer weiter hinauf geht es auf diesen Felsbrocken. Ein Blick zurück zeigt die Rohnenspitze und die Bergwachthütte beim Zirleseck, der Blick nach vorne den Kühgund und den Kamm zum Iseler:

Blick aufs Wannenjoch
Iseler und Kühgund
Auf dem Weg zum Ponten
Die Rohnenspitze

Weiter zum Bschießer und Iseler

Obwohl der Ponten der höhere Berg ist, mache ich nur eine kurze Pause und laufe auf dem Bergrücken weiter zum Bschießer. Murmeltiere und Gämse sieht man hier keine – zumindest ich nicht. Dafür merkt man deutlich, dass man langsam aber sicher in niedrigere Gefilde kommt: Die Berggipfel sind zwar noch steinig und teilweise zerklüftet, aber nur wenige Höhenmeter darunter finden sich Pflanzen und auch die ersten Latschenkiefern. Kein Vergleich zu den Bergen beim Luitpold-Haus, die mehrere hundert Meter als reiner Fels hochragten. Der Bschießer liegt auf ziemlich genau 2000 m ü. NN und bietet noch einmal einen schönen Blick sowohl ins Hintersteiner Tal als auch nach Schwattwald im Tannheimer Tal. Der Blick zurück zeigt das Bergmassiv, aus dem man gestern kam, der Blick nach Norden die sanfteren Kuppen bei Bad Hindelang.

Blick aufs Gaiß- und Rauhhorn
Das Gais- und Rauhhorn am Horizont
Blick vom Bschießer auf die Daumengruppe
Blick in Richtung Bad Hindelang (die Daumengruppe im Hintergrund)

Vom Bschießer hinab geht es wieder auf kleinen Serpentinen in einen Kessel zwischen dem Iseler und Bschießer. Hier ist die Zipfelsalpe und alle, die die letzten 3 Tage nach Einkehrmöglichkeiten auf dem Weg vermisst haben, bekommen hier eine zünftige Stärkung. Ich laufe daran vorbei, da ich erst in Oberjoch einkehren möchte. Über einen stetig ansteigenden Pfad auf dem langen Rücken des Bergkamms zwischen Iseler und Kühgund geht es hinauf zu meinem letzten Gipfel auf dieser Tour. Auch hier gilt, wer noch kann und trittsicher ist, darf natürlich gerne noch den Extraschlenkerer über den Kühgund einlegen. Dazu muss man rechtzeitig in Richtung obere Stuibenalpe und Kühgund abzweigen und läuft dann in die von mir entgegengesetzte Richtung auf den Kühgund hinauf. Von diesem Gipfel kann man dann auf dem relativ schmalen Kamm auch zum Iseler laufen.

Beim Iseler treffen sich beide Wege und ein letztes Mal genieße ich den Blick auf diese einzigartige Umgebung und hinab in das Tal, das Ziel meiner Wanderung:

Blick ins Tal vom Iseler
Ziemlich steil gehts ins Tal
Blick auf den Kamm zwischen Iseler und Kühgund
Blick auf den Kamm zum Kühgund

Und natürlich darf auch das obligatorische Tagespanorama nicht fehlen:

Tourabschluss

Vom Iseler führt ein kleiner Serpentinenpfad hinab bis auf Höhe der Bergstation des Sessellifts. Seit dem Ponten merkt man an den vielen Wanderern, dass man wieder in deutlich besser erschlossenem Gefilden unterwegs ist. Der Sessellift karrt unaufhörlich Menschen nach oben, die die dann noch die knapp 250 Höhenmeter zum Gipfel erwandern. Wer keine Lust hat auf Abstieg, kann natürlich den Sessellift nach unten nehmen, ich möchte aber noch meinen Gedanken nachhängend die letzten Meter dieser Wanderung genießen. In einem Bogen geht es von der Bergstation zum Wasserteich, der für die Beschneiung genutzt wird und zurück bis fast unter die Bahnanlage. Die Beine machen sich nach den letzten Tagen deutlicher bemerkbar, aber innerlich ist alles voller Freude über diese schöne Landschaft und natürlich auch das Glück mit dem Wetter, das ich hatte. Bei Regen oder Gewitter sollte man auf keinen Fall in 2000ern unterwegs sein. An der Gundalpe und Jochalpe kurz vorm Ortseingang laufe ich in das höchste Bergdorf Deutschlands und gönne mir im kleinen Stadtkern erst einmal einen Kaffee und Kuchen.

Wer möchte kann natürlich hier übernachten oder aber auch noch nach Bad Hindelang im schönen Wildbachtobel absteigen. Für alle anderen bietet es sich an, einen der Busse von Oberjoch entweder nach Sonthofen (über Bad Hindelang) oder aber nach Oy (über Wertach) zu nutzen und von dort mit dem Zug zurückzufahren. Es gibt schon relativ viele Busverbindungen vor allem nach Hindelang, allerdings sollte man zusehen, dass man vor 18 Uhr in Oberjoch ist, sonst fährt nicht mehr viel.

In diesem Sinne

4 Tage Höhenwanderung sind vorbei und zahlreiche Gipfel erklommen. Der Körper freut sich über die Erholung, der Geist kann die Eindrücke verarbeiten. Aber ich garantiere jedem, der diese Tour gemacht hat: Ihr seid infiziert und wollt innerlich wieder dorthin und andere Ecken kennenlernen. Die Schroffheit der Berggipfel, die gleichzeitig in eine malerische und vor allem weitgehend unberührte Landschaft eingebunden sind, brennen sich ein. Die körperliche Anstrengung, frische Luft und Glücksgefühle beim Erklimmen der Gipfel tun das ihrige, um Euch glücklich nach Hause fahren zu lassen – und natürlich mehr davon zu wollen…

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