Der König vom Allgäu ruft

Auf vielen meiner bisherigen Wandertouren war einer immer präsent, obwohl er nie im Vordergrund stand. Auf jedem Bild der umgebenden Berge konnte man ihn entdecken und auch namentlich wurde er immer wieder erwähnt (z.B. auf dem Jubiläumsweg oder bei der Daumenrunde). Preisfrage: Wer ist gemeint? Ich meine natürlich den König vom Allgäu: Den Hochvogel. Und weil er bisher immer im Hintergrund blieb und eigentlich doch auch sichtbar war, kommt heute doch noch die lange geplante Tourenbeschreibung auf den höchsten Berg in den Allgäuer Hochalpen. Es ist zwar schon etwas länger her, dass ich dem König einen Besuch abgestattet habe, aber die Tour ist nach wie vor gut und jetzt mit dem Know-How im Routentracking kann ich diese wunderschöne Bergtour auch für alle Bergbegeisterten nachbauen und hier entsprechend würdig vorstellen.

Inhalt

Der Blick vom Rauhorn zeigt den Hochvogel in seiner gesamten Pracht
Der Hochvogel in seiner gesamten Pracht

Es soll auch gar kein großes Vorgeplänkel geben, nur noch einmal der Hinweis, wie auch schon bei meinen anderen hochalpinen Bergtouren: Trittsicherheit, Bergerfahrung und Kondition, entsprechend berggeignetes Equipment und ausreichend Proviant sind absolutes Muss. Der Hochvogel ist definitiv kein Anfängerberg und sollte auch nicht unterschätzt werden. Dann hat man auch Spaß dran.

Routenüberblick

Startpunkt ist wie bei der Daumenrunde auch das Giebelhaus. Dorthin gelangt man vom Parkplatz „Auf der Höh“ in Hinterstein mit einem Pendelbus, zu Fuß oder mit dem Rad. Von letzteren beiden würde ich abraten, da die Tour heute schon sehr kräftezehrend ist. Nach Hinterstein selbst wiederum fährt ein Bus von Bad Hindelang, was wiederum mit einem Bus an Sonthofen und den dortigen Fernverkehrsbahnhof angebunden ist.

Es erwartet uns vom Giebelhaus startend eine 17,5 km Tour, die es mit knapp 2 km Höhenunterschied schon in sich hat. Wer keine Tagestour machen möchte findet im Prinz-Luitpold-Haus oder dem Giebelhaus eine Schlafmöglichkeit, die in der Hochsaison allerdings rechtzeitig organisiert werden sollte. Für alle, die auf dem Jubiläumsweg laufen und an Tag 2 ohnehin im Prinz-Luitpold-Haus schlafen, bietet es sich an den Hochvogel als separate Tagestour noch einzubauen.

Hochvogel (Download Route)

Giebelhaus Hinterstein
Giebelhaus Hinterstein
Regionalbahn & Bus
17,85 km
8,5-9 Stunden
⬈ 2012 Hm
⬊ 2012 Hm

Für die Tagesausflügler gilt: Möglichst den ersten Bus nehmen, dann schafft man den letzten gegen 18 Uhr auch ohne Hetze. Möglichst viel Proviant und vor allem Wasser mitnehmen, weil es abseits vom Prinz-Luitpold-Haus keine Einkehrmöglichkeit gibt. So genug Vorbereitung, ab in medias res: Schuhe an, und los geht’s!


Vom Giebelhaus über die Bärgundele-Alpe zum Prinz-Luitpold-Haus

Wir starten auf ungefähr 1060 m ü. NN beim Giebelhaus und als allererstes heißt es: Auf der Straße entlang der Ostrach bzw. dem Bärgundelebach Richtung Versorgungslift laufen. Im ersten Moment würde man hier in diesem Tal nicht vermuten, dass man da irgendwie in Richtung Hochvogel kommt; schließlich sieht man ihn von unten aus dem Tal nicht. Das ganze zieht sich dann doch drei Kilometer, die erst mal überbrückt werden müssen, bevor man überhaupt in die Nähe vom Aufstieg kommt. Das Ganze findet auch noch in relativer Dunkelheit statt: Gegen 8 Uhr ist das Hintersteiner Tal dämmirig-dunkel. Der Name ist also schon auch Program. Immerhin wird man so bisschen warm, denn knapp 200 Höhenmeter gilt es dennoch zu überwinden.

Nach einer guten halben Stunde nähern wir uns der Talstation der Versorgungsbahn zum Prinz-Luitpold-Haus. Hier heißt es dann linkerhand auf den ausgeschilderten Trampelpfad einbiegen und dann geht’s auch schon relativ schnell bergauf. Ab hier wird es kontinuierlich steiler, schließlich heißt es jetzt die 2,5 km und 700 Höhenmeter bis zum Prinz-Luitpold-Haus zu überwinden. Anfänglich in größeren Serpentinen schraubt sich der Weg bergauf, an der Bärgundele Alpe vorbei und hier bietet sich dann auch schon der erste Glücksmoment. So früh unterwegs kann man den Sonnenaufgang im Tal direkt miterleben:

Aufstieg zum Prinz-Luitpold-Haus im Morgengrauen
Auf Höhe der Bärgundele-Alpe erwacht langsam der Tag

Einkehren macht nach der knappen Stunde Wanderung noch keinen Sinn, stattdessen geht es weiter auf dem Weg. Wir wollen ja schließlich unser großes Ziel auf 2592 m ü. NN erreichen. Eine weitere Kehre hinter uns lassend gelangen wir auf eine große Wiese. Der Weg führt einmal quer darüber und immer wieder kreuzen kleine Bächlein unseren Weg. Während die Sonne so langsam weiter aufzieht, die Kuhglocken läuten und wir gemütlich weiter stapfen, kommt ein schönes Gefühl auf: Hier scheint die Welt noch heil zu sein. Den Abzweig zur oberen Bärengundele Alpe lassen wir rechts liegen und gelangen jetzt auf einen steileren Zick-Zack-Kurs in einem Wald, der uns weitere 300 Höhenmeter weiter hinauf bringen wird.

Mittlerweile strahlt die Sonne das ganze Tal aus und von den knapp 1700 m ü. NN können wir uns schon einmal den ersten traumhaften Rundumblick gönnen. Die Schafhofhütte hinter uns lassend queren wir einmal unterhalb der Kante, auf der das Prinz-Luitpold-Haus steht. Und dann folgt auch der schon recht steile Anstieg in den letzten Serpentinen hinauf zur DAV-Hütte. Nach ca. 2,5 – 3 Stunden, 6 Kilometern oder 800 Höhenmetern ist man dann auch beim Prinz Luitpold Haus angekommen.

Diejenigen, die hier oben übernachtet haben und zum Beispiel auf dem Jubiläumsweg unterwegs sind, konnten natürlich deutlich entspannter in den Tag und in diese Tour starten. Aber noch viel wichtiger ist natürlich, dass sie den Sonnenaufgang von hier oben miterleben konnten; das ist noch einmal ganz anders und besonders. Hier treffen wir also die Spätaufsteher und alle, die noch früher als wir unterwegs waren. Wir haben uns aber auf jeden Fall erst einmal eine Pause verdient, wer möchte kann hier auch einkehren.

Vom Prinz-Luitpold-Haus aus sieht man den Balken, nicht aber den Hochvogel.
Blick vom Prinz-Luitpold-Haus zum Ziel. Der Hochvogel verschwindet hinter dem Balken und es fehlt noch einiges an Weg.

Weiter zum Verbindungskamm zwischen Kreuzspitze und Hochvogel

Ausgeruht heißt es dann das nächste Stück in Angriff nehmen: Die Querung des Kamms zwischen Balken und Kreuzspitze. Hier eine kleine ernüchternde Nachricht: Auch wenn wir schon gut die Hälfte der Höhenmeter geschafft haben, von der Weglänge sind es seit der Talstation nur etwas mehr als 1/3. Also ran an den Speck und hinein ins gerölliger werdende Gebirge. An dem kleinen Bach entlang, den roten Punkten auf dem steinigen Boden folgend, gelangen wir hinter den kleinen Bergrücken und in die Senke, die vom Prinz-Luitpold-Haus nicht sichtbar ist. Neben dem Bach geht es stetig bergauf, die Steine werden unhandlicher und so muss man häufig übersteigen, was die Beinmuskulatur gut fordert. Wir erreichen dann einen kleinen Wasserfall und kurz darauf gabelt sich der Weg.

Linker Hand gibt es die Möglichkeit über die sogenannte Balkenscharte am Balken vorbei in den „kalten Winkel“ und weiter zum Hochvogel zu wandern. Ich habe mich dazu entschieden rechts in Richtung Kreuzspitze aufzusteigen und zurück über die Balkenscharte zu wandern. Dabei sei allerdings gesagt: auf diesem Weg ist ein Stückchen Klettersteig dabei und damit sollte man sich auf jeden Fall sicher und wohl fühlen. Auf der Rückseite des zu übersteigenden Bergrückens geht es schon relativ steil bergab, was man hier nicht sehen kann und auch ein paar ausgesetzte Stellen sind dabei. Also im Zweifel lieber den Weg über die Balkenscharte wählen, es wäre doof dann umkehren zu müssen, um über die Balkenscharte wieder alles aufzusteigen

Aufstieg zum Hochvogel durch den gerölligen Fuchskar Richtung Kreuzspitze
Aufstieg durch eine geröllige Wanne zur Kreuzspitze

Der kleine Trampelpfad führt uns – wie man auf dem Bild erkennt – von rechts einmal auf der Flanke der Wanne entlang in einem Halbkreis bis dann der Aufstieg über den Kamm folgt. Relativ steil erfolgt der Aufstieg zum Bergrücken auf einer Art Leiter mit Drahtseil gesichert. Einige Metallstufen sind auch in den Berg gehauen und dann folgen wieder luftigere Passagen an einem Drahsteil, wie diese:

Der Aufstieg zum Hochvogel über die Kreuzspitze ist mit kleineren Klettersteigen gespickt
Auf dem Weg sollte man trittsicher und erfahren auf Klettersteigen sein

Da alles mit Seilen gesichert ist, gibt es eigentlich keine direkte Gefahr, dennoch muss man trittsicher sein. Auf dem Rücken geht es dann für die, die möchten noch auf die Kreuzspitze selbst. Alle anderen laufen daran vorbei und steigen dann wieder ein wenig ab auf den breiteren Kamm, der die Kreuzspitze und den Hochvogel verbindet. Links und rechts geht’s ziemlich steil runter, aber dadurch, dass es breit genug ist, besteht keine Gefahr.

Linkerhand aus unserer Richtung kommend blickt man dann in den sogenannten „kalten Winkel“ und tatsächlich ist es hier auch meist sehr kalt. Die Sonne scheint selten auf diese Nordseite und so liegt hier normalerweise auch Schnee. Ich hatte Glück, denn Mitte September war alles abgetaut, noch nicht neu beschneit und zudem auch das Wetter noch gut. Ansonsten hat man hier ein riesiges Schneefeld und das zieht sich dann teilweise sogar bis runter zum Salzboden im Fuchskar. Durch dieses Geröllfeld gelangt man auf den Weg in Richtung Hinterhornbach in Österreich und weiter zum Lechtal.

Zwischen Kreuzspitze und Hochvogel liegt der kalte Winkel mit Blick bis ins österreichische Tal
Durch den „kalten Winkel“ geht es hinab nach Hinterhornbach und ins Lechtal

An der Schulter vorbei zum Gipfel

Auf dem Kamm trifft man dann auf die ersten, die aufgegeben habe. Schließlich haben wir bis hierhin bereits 1300 Höhenmeter und 8 Kilometer Wegstrecke hinter uns gebracht. Und erst hier zeigt sich dann der eigentlichen Aufstieg zum Hochvogel und den Gipfel auf dem riesigen Felsmassiv. Das Ziel liegt noch gut 1 Kilometer und etwas mehr als 300 Höhenmeter weit entfernt. Wer also nicht mehr kann, sollte die Sicht von hier aus genießen, das letzte Stück hat es noch einmal in sich und verläuft über eine steile Geröllflanke.

Der Aufstieg zum Hochvogel führt über eine geröllige Steinflanke
Beim Aufstieg gilt Aufpassen. Das Gestein ist sehr brüchig und man kommt schnell ins Rutschen

Stöcke helfen hier sehr, da der Weg einem einzigen Steinmeer gleicht und man leicht ins Rutschen gerät. Also langsam und mit Bedacht gehen, vor allem auch Aufpassen, dass man keinen Steinschlag auslöst. Wir laufen also geradeaus auf das Bergmassiv zu und dann geht es in Schleifen über die Geröllhalde hinauf. Leider sind die roten Wegmarkierungen nicht immer so einfach wie auf dem Bild zu erkennen, manchmal muss man auch etwas suchen. Der Weg führt uns an der westlichen Schulter vorbei. Dazwischen lässt sich ein Blick in Richtung Krottenkopf und Rauhorn erhaschen. Nur zu nah sollte man sich nicht wagen, es wartet nämlich gähnendes Nichts.

Der Weg führt an der einen Schulter des Hochvogel vorbei
Linker Hand eine Schulter des Hochvogel, dazwischen gähnendes Nichts.

Hier oben ist das Gestein sehr brüchig und immer wieder passieren Steinschläge, aber auch der Berg selbst ist bedroht. Durch die wärmer werdenden Winter schmilzt das Eis im Inneren, das die brüchige Steinmasse zusammenhält und inzwischen gibt es schon einen ziemlich großen Spalt, der jährlich wächst. Ich habe gelesen, dass es mittlerweile Sensoren gibt, die diesen Spalt überwachen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der Berggipfel komplett spaltet und ein riesiger Hangrutsch in Richtung Österreich abgeht. Aus diesem Grund wurde bereits der rückwärtige Kletter-Aufstieg auf dem sogenannten Bäumenheimer Weg gesperrt, da es zu gefährlich ist. Die Vorderseite, über die wir aufsteigen ist davon noch nicht betroffen uns so arbeiten wir uns stetig dem Gipfelkreuz entgegen. Stellenweise ist es schon steiler und man kann auch tausend Meter nach unten gucken, was man nur nicht zu lange tun sollte, um nicht verunsichert zu werden. Ein letztes Mal Zickzack durch das Geröll und dann kommt nach gut 5 Stunden endlich der Gipfel in Sicht:

Gipfelkreuz am Hochvogel
Endlich ist das Ziel erreicht: Der Gipfel des Hochvogel

Über die Balkenscharte zurück zum Prinz-Luitpold-Haus

Hier oben auf knapp 2600 m ü. NN und dem höchsten Gipfel in der näheren Umgebung (die österreichischen Gipfel einmal außen vor gelassen) bietet sich natürlich ein herrlicher Ausblick und den hat man sich nach dem schweißtreibenden Aufstieg auch redlich verdient. Der Allgäuer König bietet einen wahrhaft königlichen Rundum-Blick:

Panorama-Ausblick vom Hochvogel
Panorama-Ausblick vom Hochvogel

Auch das knapp 2,5 Stunden zurückliegende Prinz-Luitpold-Haus sieht man hier, wie es in der Senke von mehreren umliegenden Bergen geschützt wird:

Vom Hochvogel aus sieht das Prinz-Luitpold-Haus sehr niedlich aus
Blick hinab zum 700 Höhenmeter tiefer gelegenen Prinz-Luitpold-Haus

Je nach dem wie schnell man aufgestiegen ist, kann man sich hier oben entsprechend viel Zeit lassen. Ich war gegen 13 Uhr auf dem Gipfel, nur wurde es trotz Sonne nach einer halben Stunde schon eher frisch dort oben. Zudem muss man bei einem Tagesausflug ohne Übernachtung in einer der Hütten auch ein wenig die Uhr im Blick behalten, da der letzte Bus Punkt 18 Uhr vom Giebelhaus abfährt. Man sollte also nicht viel später als zur Mittagszeit hier oben ankommen, um entspannt absteigen zu können und noch etwas Puffer zu haben. Wenn man sich dann irgendwann doch satt am Ausblick gesehen hat und vielleicht auch den ein oder anderen Berg, von dem man den Hochvogel sehen konnte, identifizieren konnte, wird es Zeit für den Abstieg.

Es gibt keine Wegalternative, also heißt es auf demselben gerölligen Weg wieder zurückgehen. Bergab ist das Ganze noch ein wenig schwieriger: erstens sieht man den Abgrund vor sich und zweitens kommt man bergab schneller ins Rutschen. Also langsam und mit beherztem Stockeinsatz 300 Höhenmeter hinab auf den Kamm zur Kreuzspitze. Anstatt über den Klettersteig zurück zu steigen, habe ich mich auf dem Rückweg für den Weg über die Balkenscharte entschieden. Das heißt auf dem Kamm rechterhand in den kalten Winkel hinabsteigen und bei der nächsten Gelegenheit links auf den Trampelpfad abzweigen, der sich unterhalb der Bergkette entlang zieht. Wer den Abzweig verpasst läuft nach Österreich, also sollte man aufpassen, auch wenn Schilder bei der Wegfindung helfen.

Die Route über die Balkenscharte gilt als einfacher, als jene über die Kreuzspitze und tatsächlich müssen hier keine großen Steine an Drahtseilen überwunden werden. Wer früher im Jahr unterwegs ist, hat hier häufig noch Schneefelder, im September war aber alles frei und so geht es langsam bergab entlang der Flanke durch den kalten Winkel in Richtung Balken beziehungsweise Balkenscharte. Es läuft sich relativ unproblematisch hier, die Geröllfelder liegen ersteinmal hinter uns und so ist auch bald die Balkenscharte erreicht. Den Balken links neben uns lassend geht es dem Schild zum Prinz-Luitpold-Haus folgend im steilen Zickzack hinab in die Senke mit dem kleinen Wasserfall. Wagemutige können statt durch die Balkenscharte abzusteigen geradeaus laufen und kommen dann auf den Jubiläumsweg Richtung Schrecksee und Landsberger Hütte. Das sollte man sich aber gut überlegen, denn es warten noch mindestens 6 Stunden Fußmarsch ohne Einkehrmöglichkeit.

Am Fuß der kleinen Serpentinen erwartet uns der Ursprung des Baches, der uns bis zum Prinz-Luitpold–Haus führen wird. An der Wegkreuzung, wo wir vorher abgebogen waren, vorbei passieren wir den Wasserfall und folgen dem Wasser weiter, wobei wir kontinuierlich Höhe abbauen. Nach einer guten weiteren halben Stunde ist das Prinz-Luitpold-Haus und damit auch wieder Zivilisation erreicht. Wer möchte, kann sich hier eine kleine Stärkung gönnen oder hier auch das Tagesweg beenden und morgen weiterlaufen. Wer noch nicht genug hat, kann auch noch einen Abstecher zum Wiedemerkopf einlegen.

li>Abstieg und Rückfahrt

Ich war aber gut bedient und immerhin war bei mir schon 15 Uhr vorbei, so dass ich lieber weiter abgestiegen bin, um den letzten Bus noch zu erwischen. Immerhin warten ja noch weitere 800 Höhenmeter und 6 Kilometer. Zurück auf den kleinen Kehren geht es von der DAV-Hütte hinab in Richtung Wiese und weiter bis zur Bärgundele Alpe. Es ist immer wieder erstaunlich wie einfach die Höhe wieder abgestiegen ist, die man vor wenigen Stunden mühsam erklommen hat. Die Beine und vor allem die Oberschenkel melden sich auch inzwischen nach dem deftigen Höhenunterschied und so bin ich froh, als die Talstation der Versorgungsbahn näher kommt. Von hier geht es dann wieder auf den kleinen Weg neben der Versorungsstraße in Richtung Giebelhaus. Ein letzter Blick zurück zeigt noch einmal die schöne Landschaft und das Prinz-Luitpold-Haus in der Nachmittagssonne:

Sonnenuntergang über dem Prinz-Luitpold-Haus
Blick vom Tal zurück zum Prinz-Luitpold-Haus

Der Weg schlängelt sich durch das vom Bärgundelebach gegrabene Tal und bald schon ist die Wiese mit dem Prinz-Luitpold-Haus und dem bewachenden Wiedemerkopf nicht mehr zu sehen. Wenig später ist das Giebelhaus erreicht. Glücklich, den ganzen Tag auf diesem schönen Fleckchen Erde verbracht zu haben, warte ich bei einer Stärkung auf den letzten Bus.

In diesem Sinne

Oft habe ich den Hochvogel am Rande erwähnt, die heutige Tour widmet sich ganz dem König des Allgäus. Auf dieser anspruchsvollen Bergtour wartet nach dem schweißtreibenden Aufstieg auf 2592 Meter ü. NN ein wahrhaft könglicher Blick über die gesamte Region. Vom Giebelhaus führt zunächst ein lockerer Weg zum Warmwerden bis zur Versorgungsbahn des Prinz-Luitpold-Hauses. Von dort steigt der Weg stetig steiler werdend an, führt durch Wald und Wiesen und lang schließlich auf dem Plateau beim Prinz-Luitpold-Haus an. Weiter hinein ins Gebirge geht es zunächst an einem Bach und dann über einen Klettersteig zur Kreuzspitze und dem Verbindungskamm beim Hochvogel. Der finale Gipfelanstieg in luftiger Höhe über der Baumgrenze wartet mit einer Geröllflanke und vielen Blicken in die umliegenden Täler auf die Erkundung. Oben angekommen wird man für seine Strapazen entschädigt und möchte vor lauter Aussicht am liebsten nicht mehr absteigen. Hinab geht es dann doch irgendwann über die Balkenscharte und das Prinz-Luitpold-Haus zum Ausgangspunkt. Insgesamt eine fordernde aber auch unheimlich beeindruckende Tour, die jeden nach der Besteigung glücklich und platt in den letzten Bus steigen lässt. Zusätzlich zeigt einem diese Tour eindrucksvoll wie klein und vergänglich wir doch gegenüber diesen jahrtausendealten Riesen sind…